Zwei Raben

Die zwei Raben
eine Schauerballade
Eine deutsche Version (von Mats Bähr) der alten schottischen Ballade „Twa Corbies“. Zwei Raben machen sich über einen toten Ritter her und philosophieren derweil über die Vergänglichkeit des Seins…

Andere Versionen sind von Fontane, oder Chamisso.

Als ich so ging am Waldessaum,
Hört’ ich zwei Raben, hoch im Baum.
Der eine sprach: “Oh, Hungerqual!
Was finden wir wohl heut zum Mahl?”

“Gleich hinter jenem Tannenwald
Da liegt ein Rittersmann so kalt.
In seinem Blute liegt er da,
dreien nur ist sein Tod gewahr.”

“Sein Hund verließ den toten Leib.
Sein Falke in die Ferne treibt.
Sein Liebste nahm ‘nen ander’n Mann,
Bald fangen wir zu speisen an.”

“Sein Fleisch wird unser Abendschmaus.
Die blauen Augen hack’ ihm aus.
Sein gold’nes Haar ist uns grad recht
Für unser warmes Nestgeflecht.”

Und niemand weiß, dass er dort liegt,
ein junger Mann, vom Tod besiegt.
Über sein Grab am Hange dort
Wind wird wehen immerfort.

Aufführende: Die Band „Short Tailed Snails“
Gesang-Regina Schmidt

Bild: Manuela Jung

Hier zeichnet sich die Schicksal des Rittersmann ziemlich düster – gleich verlassen ihm seine treue Hund und Falke und auch die Frau trauert nicht nach (ein Anti-Krieg-Ballade, oder bittere Berachtung über Treue und Liebe? hmmm…).
Fontane, oder gar Chamissos Ende wollt ihr gar nicht lesen, ganz schlimm…     

Die Schotten in ihrer Version sehen das genau so, aber bei der originalen englischen Ballade sah das anders aus. Dort waren es gleich drei(?) Raben und nicht nur zwei, klare Abgrenzung zu den zwei Raben des nordischen Gottes Odin.
Verwirrt? dann weiter hören…          

hören wir mal die Schotten
mit ihrem Renaissance-Rock Version…

hören wir mal die Schotten
mit ihrem Renaissance-Rock Version…

Nein, hören wir gleich die englische Originalversion mit Liebe & Treue